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Nachhaltige Innovation: Der praktische Leitfaden für Technologien mit ökologischer und sozialer Wirkung


Nachhaltige Innovation verbindet technologischen Fortschritt mit den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der UNO, die globale Prioritäten für nachhaltige Entwicklung definieren. Die Digitalisierung bietet dabei Chancen und Risiken für die nachhaltige Entwicklung. Tatsächlich ist die Herstellung und der Einsatz digitaler Technologien mit einem erheblichen Material- und Energiebedarf verbunden. Deshalb zeigen wir in diesem Leitfaden, was nachhaltige Innovation bedeutet, präsentieren nachhaltige Innovationen und Beispiele aus verschiedenen Branchen und erklären, wie Unternehmen Technologien mit ökologischer und sozialer Wirkung erfolgreich umsetzen können.

Was ist nachhaltige Innovation? Definition und Grundprinzipien

Nachhaltige Innovation bezeichnet die Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen, die den Bedürfnissen heutiger Kunden entsprechen, ohne dabei die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Wir entwickeln Lösungsansätze, die wirtschaftliches Denken mit sozialer Verantwortung und ökologischer Achtsamkeit verbinden.

Die Entwicklung neuer Ideen fokussiert sich aktuell noch häufig allein auf den möglichen Erfolg am Absatzmarkt. Viele populäre Denkansätze wie Design Thinking oder der Value Proposition Canvas haben dabei vor allem die Kundenbedürfnisse im Blick. Nachhaltige Innovation berücksichtigt jedoch auch die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Idee.

Die drei Säulen nachhaltiger Innovation

Nachhaltige Entwicklung kann nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden. Die drei Aspekte bedingen dabei einander.

Ökologische Nachhaltigkeit orientiert sich am stärksten am ursprünglichen Gedanken, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben. Ökologisch nachhaltig wäre eine Lebensweise, die die natürlichen Lebensgrundlagen nur in dem Maße beansprucht, wie diese sich regenerieren. Maßnahmen in diesem Bereich beinhalten den Schutz der Biodiversität, die Reduzierung von Umweltverschmutzung und Treibhausgasemissionen sowie den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Energie.

Ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet, dass eine Gesellschaft wirtschaftlich nicht über ihre Verhältnisse leben sollte, da dies zwangsläufig zu Einbußen der nachkommenden Generationen führen würde. Diese Dimension bezieht sich auf die Schaffung von Wirtschaftssystemen, die Wohlstand generieren, und zwar auf eine Art und Weise, die ökonomische Aspekte mit Umweltbelangen und sozialer Gerechtigkeit verknüpft.

Soziale Nachhaltigkeit fokussiert sich auf die Verbesserung der Lebensqualität für alle Menschen. Sie beinhaltet faire Arbeitsbedingungen, Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit und die Förderung einer starken Gemeinschaft. Ein Staat oder eine Gesellschaft sollte so organisiert sein, dass sich die soziale Spannungen in Grenzen halten und Konflikte nicht eskalieren, sondern auf friedlichem und zivilem Wege ausgetragen werden können.

Unterschied zwischen Innovation und nachhaltiger Innovation

Herkömmliche Innovationen bringen für ein Unternehmen Rentabilitäts- und Effizienzvorteile mit sich, können aber zur Ausbeutung von Mitarbeitern und natürlichen Ressourcen führen. Im Gegensatz dazu wird versucht, bei nachhaltiger Innovation die negativen Auswirkungen zu minimieren und dabei gleichzeitig den Nutzen für den Kunden zu maximieren.

Nachhaltige Innovation berücksichtigt sowohl die Auswirkungen auf die Umwelt als auch auf die Gesellschaft als Ganzes. Sie bietet soziale und ökologische Vorteile und schafft gleichzeitig wirtschaftliche Gewinne für das Unternehmen. Darüber hinaus berücksichtigen nachhaltige Innovationen, dass eine resiliente, robuste Ökonomie auf eine intakte Umwelt angewiesen ist.

Warum nachhaltige Innovation heute unverzichtbar ist

Investoren und Verbraucher achten zunehmend darauf, dass Unternehmen nicht nur Umsatz und Gewinn, sondern die gesamte Wertschöpfungskette in Bezug auf Nachhaltigkeit im Blick haben. Unternehmen, die in nachhaltige Lösungen investieren, sichern sich Wettbewerbsvorteile und langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.

Die notwendige Transformation zur Nachhaltigkeit erfordert Innovationen auf der technischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Seite. Ohne Innovationen gelingt keine Transformation. Allerdings wird auch von der Europäischen Union mit dem Green Deal-Programm anerkannt, dass Innovationen mehr als nur Patente und neue Produkte sind. Vielmehr sollten Innovationen gesellschaftliche Herausforderungen angehen, den Umwelt- und Gesundheitsschutz gewährleisten und das gesellschaftliche Wohlergehen sichern.

Praktische Beispiele nachhaltiger Innovationen aus verschiedenen Branchen

Verschiedene Branchen zeigen bereits heute, wie nachhaltige Innovation in der Praxis funktioniert. Die folgenden Beispiele verdeutlichen, dass technologischer Fortschritt und ökologische Verantwortung keine Gegensätze sind.

Energie: Intelligente Netze und erneuerbare Systeme

Smart Grids transportieren nicht nur Energie, sondern auch Informationen und ermöglichen elektrischen Geräten oder Immobilien als Verbraucher und Erzeuger, miteinander und mit dem Netz zu kommunizieren. Dabei stimmen die Geräte, Verbraucher und Produzenten den Verbrauch besser aufeinander ab, nivellieren Peaks und sparen Energie. Intelligente Zähler erfassen den Stromverbrauch zeitnah und übertragen Daten zu Stromerzeugung und -verbrauch in Echtzeit. Das Smart Grid Architecture Model teilt das System in fünf Ebenen sowie in verschiedene Domänen (Erzeugung, Übertragung, Verteilung, Speicherung und Nutzung) und Zonen ein. Diese Struktur hilft bei der detaillierten Analyse und Planung der Interaktionen innerhalb des Netzes. Positive Energy Districts (PEDs) gehen noch weiter: In den Stadtvierteln werden Lösungen gefunden, die weniger Energie verbrauchen, mehr erneuerbare Energie wie Sonnen- und Windkraft nutzen und überschüssige Wärme besser verwenden.

Mobilität: Von Elektrofahrzeugen bis zu Sharing-Konzepten

In der Schweiz gibt es ungefähr 6’000 geteilte Autos, wobei ein Carsharing Auto 11 Privatfahrzeuge ersetzt. Shared Mobility umfasst Geschäftsmodelle, Plattformen oder Netzwerke, welche eine geteilte, temporäre Nutzung von Mobilitätswerkzeugen ermöglichen. Dabei lautet das Motto „teilen statt besitzen“. In der Schweiz steht ein Auto durchschnittlich 23 Stunden pro Tag still.

Elektrofahrzeuge bieten mit bidirektionalen Batterien neue Perspektiven. Diese Batterien können das Auto nicht nur antreiben, sondern dienen auch als Zwischenspeicher, etwa wenn Haushalte mehr Solarstrom produzieren, als sie verbrauchen. Diese Zweitnutzung von Batterien macht absolut Sinn, da sie nur noch verfügbar gemacht und vernetzt werden müssen. Wer nicht 2, sondern 100 Fahrzeugbatterien managt, kann die freie Batteriekapazität auch am Regelenergiemarkt verkaufen. Die Fahrzeugbatterien könnten so auch der Integration von erneuerbaren Energien dienen, da diese naturgemäß starken Fluktuationen unterworfen sind und entsprechend flexible Speicherlösungen brauchen.

Produktion: Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonende Verfahren

Ressourcenschonende Produktion verringert die Abhängigkeit von begrenzten Ressourcen und erhöht die Sicherheit der Versorgung. Die Deutsche Bahn hält die Recyclingquote aller Abfälle bei mindestens 95 Prozent. Die DB hat in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland erstmals Schienen aus emissionsreduziertem Stahl verbaut, der von Saarstahl Rail mithilfe der Elektrolichtbogenofen-Technologie überwiegend aus recyceltem Material hergestellt wurde. Zudem erprobt die DB im Bahnprojekt „Kurve Kassel“ den Einsatz zementfreier Betone unter realen Bedingungen. Die Kreislaufwirtschaft strebt an, Rohstoffe so lange wie möglich im Produktionskreislauf zu halten, um den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu verlangsamen.

Gesundheit: Digitale Diagnostik und personalisierte Medizin

Personalisierte Medizin richtet Diagnose- und Behandlungsverfahren stärker an den individuellen Merkmalen einer Person aus. Mit einer Impfung können wir heute beispielsweise Menschen vor HPV-bedingten Krebserkrankungen schützen. Biomarker sind Faktoren, die einen nicht sichtbaren und unzugänglichen Prozess im Körper möglichst zuverlässig anzeigen. Dazu zählen genetische Varianten, Proteine oder Stoffwechselprodukte, die diagnostisch, prognostisch oder therapeutisch genutzt werden. Die molekulare Diagnostik ermöglicht es, ein genaues Profil der einzelnen Tumoren zu erstellen und damit eine gezielte Therapie zu wählen, die exakt diese Tumoren zum Absterben bringt.

Städte: Smart Cities und nachhaltige Infrastruktur

Eine Smart City ist ein Stadtgebiet, in dem Technologie und Datenerfassung dazu beitragen, die Lebensqualität sowie die Nachhaltigkeit und Effizienz des Stadtbetriebs zu verbessern. Weltweit gibt es etwa 2.000 Städte, die Smart City-Technologien eingeführt haben. In Zhejiang gibt es nahezu flächendeckend Ladestationen für Elektrofahrzeuge, wobei die Provinz mehr als eine Million Ladestationen besitzt. Barcelona hat Sensoren in freie Parkplätze eingebaut, um den Verkehrsfluss zu steuern und Staus im Voraus zu vermeiden. In Hamburg steht das erste Gebäude mit einer Bioreaktor-Fassade, wobei die Verkleidung des Hauses als Dämmung und Schutz vor Witterungseinflüssen dient, während sie gleichzeitig Algen züchtet, die in große Mengen Biogas umgewandelt werden können.

Der Entwicklungsprozess: Von der Idee zur nachhaltigen Innovation

Die Umsetzung nachhaltiger Innovation erfordert ein systematisches Vorgehen, bei dem ökologische und soziale Aspekte bereits in den frühesten Entwicklungsphasen verankert werden. Über 80 % aller umweltrelevanten Auswirkungen eines Produkts werden bereits in der Entwurfsphase festgelegt. Deshalb macht es Sinn, Umweltaspekte so früh wie möglich im Innovationsprozess zu berücksichtigen.

Nachhaltigkeitskriterien von Anfang an mitdenken

Zu Beginn des Innovationsprozesses existieren noch große Einflussmöglichkeiten auf Umweltaspekte und Kosten. Soll beispielsweise ein Material durch ein anderes mit geringerem CO2-Fußabdruck ersetzt werden, lässt sich dies im frühen Stadium noch relativ einfach realisieren. Die IT in Deutschland verbrauchte 2022 rund 16 Terrawattstunden Strom. Software, die im Betrieb möglichst ressourcenschonend läuft, kann einen wertvollen Beitrag zur Senkung der Emissionen leisten.

Nachhaltigkeitskriterien müssen bereits bei Produktarchitektur und Spezifikation berücksichtigt werden. Dabei geht es um Reparierbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Recyclingfähigkeit, Ressourceneffizienz und digitale Produktinformationen. Eine Lebenszyklusanalyse hilft, Umweltauswirkungen zu messen und neue Produkte mit geringen Emissionen zu entwickeln.

Stakeholder einbeziehen und interdisziplinär arbeiten

Nachhaltigkeitsprobleme reichen häufig über mehrere Fachbereiche und Branchen hinweg und erfordern interdisziplinäre Zusammenarbeit. Über 400 Expertinnen und Experten aus mehr als 53 Disziplinen arbeiten in interdisziplinären Teams zusammen, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.

Stakeholder-Management plant, organisiert, führt und kontrolliert die Beziehungen zwischen einem Unternehmen und seinen Stakeholdern. Der Dialog mit Stakeholdern kann neue Perspektiven und Ideen für nachhaltige Innovationen liefern. Dabei sollten verschiedene Abteilungen im Unternehmen eingebunden werden, insbesondere Geschäftsleitung, Produktion, Einkauf, Vertrieb, Qualitätsmanagement und Logistik.

Technologie mit sozialen und ökologischen Zielen verbinden

Entwickler können Nachhaltigkeit in ihre Strategien für die Softwareentwicklung einbinden, indem sie sicherstellen, dass der Nutzen für den Benutzer, die Gemeinschaft und die Gesellschaft die möglichen negativen Umwelt- oder Sozialauswirkungen der Software überwiegt. Tools wie automatische Datenerfassung, Datenharmonisierung und Analyse-Dashboards helfen Unternehmen dabei, Möglichkeiten zu erkennen, nachhaltiger zu agieren.

Prototyping und Testing unter Nachhaltigkeitsaspekten

Rapid Prototyping ermöglicht frühes Testen der Nachhaltigkeit eines Produkts durch die Erstellung physischer Modelle zur Bewertung von Funktionalität, Haltbarkeit und Reparierbarkeit. Digitale Prototypen und Simulationen reduzieren den Bedarf an physischen Prototypen und minimieren Materialverschwendung. Minimal Viable Product-Entwicklung hilft, Abfall zu reduzieren und Materialverbrauch zu minimieren. User Testing und Feedback-Schleifen verbessern die Produktfunktionalität und fördern die Nachhaltigkeit im Prototyping.

Herausforderungen und Grenzen nachhaltiger Technologien

Bei der Umsetzung nachhaltiger Technologien stoßen Unternehmen auf Hindernisse, die den Erfolg der Innovationen gefährden können. Diese Herausforderungen reichen von technischen Limitierungen bis zu unerwarteten Verhaltensänderungen bei Nutzern.

Ressourcenverbrauch in Entwicklung und Produktion

Bei der nachhaltigen Entwicklung von Technologien müssen Unternehmen Faktoren wie die für die Entwicklung verwendeten Ressourcen, den Anbieter dieser Materialien und potenzielle negative Ergebnisse während des gesamten Lebenszyklus der Technologie berücksichtigen. Die End-of-Use-Phase umfasst die Umweltauswirkungen von IT-Anlagen nach dem Ende der Nutzungsdauer des Produkts, einschließlich der Reparierbarkeit und Wiederverwertbarkeit eines Produkts sowie Services, die die Kreislauffähigkeit der Güter fördern. Technische Lösungen müssen so konzipiert sein, dass sie auch unter sich verändernden ökologischen und gesellschaftlichen Randbedingungen noch funktionieren und genutzt werden.

Rebound-Effekte und unbeabsichtigte Nebenwirkungen

Effizienzsteigerungen führen oft nicht zu den erwarteten Ressourceneinsparungen. Wenn Produkte oder Dienstleistungen mit weniger Ressourcenverbrauch geschaffen werden, sind damit häufig Kosteneinsparungen verbunden, die wiederum Rückwirkungen auf das Kaufverhalten und den Gebrauch der Produkte haben. Ein sparsamer Pkw verursacht geringere Treibstoffkosten pro gefahrenem Kilometer, was sich zumeist auf das Fahrverhalten auswirkt: Wege werden häufiger mit dem Pkw zurückgelegt, längere Strecken gefahren und öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad dafür weniger genutzt.

Die direkten Rebound-Effekte für Raumwärmenutzung können zehn bis 30 Prozent erreichen. Bei Verkehr deuten die Studien darauf hin, dass Rebound-Effekte durch Energieeffizienz etwas geringer sind, bis circa 20 Prozent. Bei Beleuchtung kann der direkte Rebound-Effekt bis zu 20 Prozent betragen. Das heißt, die tatsächlichen Energieeinsparungen können bis zu einem Viertel kleiner als die technisch möglichen und prognostizierten sein. Neben der unmittelbaren Veränderung bei der Nutzung des betreffenden Produkts sind weitere umweltrelevante Änderungen des Nachfrageverhaltens möglich: Das beim Pkw eingesparte Geld könnte beispielsweise für Flugreisen ausgegeben werden.

Skalierung ohne Kompromisse bei der Nachhaltigkeit

Die Skalierung innovativer chemischer Produktionsprozesse vom Labor in den industriellen Maßstab ist komplex und risikoreich. Häufig fehlt Start-ups, Unternehmen und Forschungseinrichtungen die notwendige Infrastruktur für realitätsnahe Tests, da Investitionen in eigene Pilotanlagen hohe Kosten verursachen und Ressourcen binden. Trotz Fortschritten in der Forschung gibt es immer noch technologische Lücken, insbesondere bei der Skalierung grüner Technologien von Labor- zu Produktionsmaßstab.

Wirtschaftliche Rentabilität und Förderung

Die Entwicklung nachhaltiger Innovationen ist häufig mit teilweise hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung und die Beschaffung nachhaltiger Materialien verbunden. 47 Prozent der Führungskräfte stehen vor Herausforderungen bei der Finanzierung von Nachhaltigkeitsinitiativen. Dennoch existieren zahlreiche Förderprogramme: Das Förderprogramm KlimPro-Industrie soll Unternehmen der deutschen Grundstoffindustrie in ihren Bemühungen stärken, ihre Treibhausgasemissionen durch Verfahrensinnovationen deutlich zu reduzieren oder zu eliminieren.

Erfolgsfaktoren für die Umsetzung in Unternehmen

Unternehmen brauchen klare Strukturen und Prozesse, um nachhaltige Innovation erfolgreich zu verankern. Die folgenden Erfolgsfaktoren helfen dabei, Nachhaltigkeitsziele systematisch zu erreichen.

Klare Governance-Strukturen und Verantwortlichkeiten

Sustainable Corporate Governance steht für eine ganzheitliche Führung, Steuerung und Überwachung eines Unternehmens, die dem Menschen dient, die Umwelt achtet und gleichzeitig ein produktives, langfristig wirkungsvolles Unternehmen erhält. ESG-Erwägungen müssen verstärkt in die Entscheidungsprozesse von Unternehmen einfließen. Einige Unternehmen ernennen Chief Ethics Officers, die sich um Unternehmens- und Berufsethik kümmern. Diese Führungskräfte bringen interne und externe Stakeholder sowie Experten zusammen, um sicherzustellen, dass der Rahmen ausreichend ist. Der Aufsichtsrat muss die Leitlinien einer langfristig und nachhaltig orientierten Unternehmensführung einfordern und wird dadurch zum Garant einer Verankerung im Tagesgeschäft.

Messbare Nachhaltigkeitsziele definieren

Nachhaltigkeitsziele sollten SMART sein: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. KPIs machen nachhaltige Fortschritte messbar und vergleichbar. Die Nachhaltigkeitsindikatoren gliedern sich in drei Bereiche: ökologische, soziale und ökonomische KPIs. Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen bieten dabei eine wertvolle Orientierung bei der KPI-Auswahl. Unternehmen, die Nachhaltigkeitsziele in ihrem Projektportfoliomanagement verankern, sind nicht nur innovativer, sondern auch wirtschaftlich erfolgreicher.

Zusammenarbeit zwischen Technologie, Ethik und Business

Die Diskussion über Ethik erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Philosophen, Sozialwissenschaftlern, Technologen und der Öffentlichkeit. Unternehmen können spezielle Ethikkomitees oder Beratungsgremien einrichten, die sich mit ethischen Fragen rund um die Nutzung digitaler Technologie befassen. Von Anfang an können ethische Prinzipien in die Entwicklung digitaler Produkte und Dienstleistungen integriert werden. Dabei ist die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten, Akademikern und anderen Organisationen hilfreich, um Best Practices zu entwickeln.

Transparenz und Kommunikation nach innen und außen

Stakeholder fordern zunehmend, dass Unternehmen nicht nur nachhaltig handeln, sondern auch darüber kommunizieren. Eine offene und transparente Kommunikation zu ethischen Fragestellungen ist unerlässlich. Die CSRD verpflichtet Unternehmen, in ihren Lageberichten künftig die Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich stärker zu betonen. Erfolgreiche Nachhaltigkeitskommunikation zeichnet sich durch Transparenz, Konsistenz, Zielgruppenorientierung und Authentizität aus. Unternehmen sollten regelmäßig über ihre Bemühungen im Bereich der digitalen Ethik berichten und transparent machen, wie sie ethische Prinzipien in ihre Geschäftspraktiken integrieren.

Fazit

Nachhaltige Innovation ist mehr als ein Trend. Sie ist eine strategische Notwendigkeit für Unternehmen, die langfristig erfolgreich bleiben wollen. Wie wir gezeigt haben, funktioniert die Verbindung von technologischem Fortschritt mit ökologischer und sozialer Verantwortung bereits in zahlreichen Branchen. Dabei gilt: Je früher Sie Nachhaltigkeitskriterien in den Innovationsprozess integrieren, desto größer ist Ihr Handlungsspielraum. Indeed, die Herausforderungen sind real – von Ressourcenverbrauch bis zu Rebound-Effekten. Dennoch lohnt sich der Aufwand. Definieren Sie klare Ziele, schaffen Sie Governance-Strukturen und kommunizieren Sie transparent. Mit diesen Grundlagen können Sie Innovationen entwickeln, die wirtschaftlich erfolgreich sind und gleichzeitig Umwelt und Gesellschaft dienen.

FAQs

Q1. Was versteht man unter nachhaltiger Innovation? Nachhaltige Innovation bezeichnet die Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen, die heutige Kundenbedürfnisse erfüllen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Sie verbindet wirtschaftliches Denken mit sozialer Verantwortung und ökologischer Achtsamkeit und berücksichtigt die Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen.

Q2. Welche drei Säulen bilden die Grundlage nachhaltiger Innovation? Die drei Säulen sind ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Ökologische Nachhaltigkeit schützt natürliche Ressourcen und Biodiversität. Ökonomische Nachhaltigkeit sorgt für langfristigen Wohlstand ohne Übernutzung. Soziale Nachhaltigkeit fokussiert sich auf faire Arbeitsbedingungen, Bildungszugang und soziale Gerechtigkeit. Diese drei Aspekte bedingen einander und müssen gleichberechtigt umgesetzt werden.

Q3. Wie unterscheidet sich nachhaltige Innovation von herkömmlicher Innovation? Herkömmliche Innovationen konzentrieren sich hauptsächlich auf Rentabilität und Effizienz, können aber zur Ausbeutung von Ressourcen führen. Nachhaltige Innovation hingegen minimiert negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft, während sie gleichzeitig den Kundennutzen maximiert. Sie berücksichtigt die gesamte Wertschöpfungskette und schafft soziale sowie ökologische Vorteile neben wirtschaftlichen Gewinnen.

Q4. Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung nachhaltiger Technologien? Zu den Hauptherausforderungen zählen der Ressourcenverbrauch in Entwicklung und Produktion, Rebound-Effekte (bei denen Effizienzgewinne durch Mehrkonsum kompensiert werden), die Skalierung vom Labor- zum Produktionsmaßstab ohne Nachhaltigkeitskompromisse sowie die Finanzierung, da 47 Prozent der Führungskräfte Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Nachhaltigkeitsinitiativen haben.

Q5. Wann sollten Nachhaltigkeitskriterien im Innovationsprozess berücksichtigt werden? Nachhaltigkeitskriterien sollten von Anfang an im Innovationsprozess integriert werden, da über 80 Prozent aller umweltrelevanten Auswirkungen eines Produkts bereits in der Entwurfsphase festgelegt werden. In frühen Entwicklungsstadien bestehen noch große Einflussmöglichkeiten auf Umweltaspekte und Kosten, während spätere Änderungen deutlich aufwendiger und teurer sind.

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